Auf Paul ist Verlass.
Der Achtarmer aus dem Oberhausener Sealife-Aquarium hat sich bisher nicht geirrt - und sich damit jede Menge Feinde gemacht:
"Der bescheuerte Krake lag richtig. Calamares für alle!", krakeelte es nach der Niederlage gegen Spanien im Internet.
Über Twitter hagelte es jede Menge Morddrohungen - vor allem in Form von Rezepten für die Pfanne oder den Grill.
Miguel Sebastián, spanischer Industrieminister, schlug sogar vor, das Tier vom Ruhrgebiet auf die Iberische Halbinsel zu bringen - aus Sicherheitsgründen.
Umweltministerin Elena Espinosa sprach Klartext: "Damit die Deutschen ihn nicht aufessen."
Ein Gedanke, den viele Deutschland-Fans nach der Niederlage gegen Spanien durchaus hatten.
Zuvor aber sollte Paul in einem urdeutschen, dunklen, muffeligen, fettverschmierten Imbiss an irgendeiner Oberhausener Ecke in Mayo und Jägersoße ertränkt und in besonders schmierig-altem Pommes-Öl frittiert werden, fanden manche.
Das Krakenorakel hat bei dieser WM immer Recht behalten: Es hatte außer der deutschen Schlappe gegen Spanien auch die Erfolge gegen Australien, Ghana, England und Argentinien sowie die Niederlage gegen Serbien prophezeit.
Entsprechend bibberten die Fans Pauls nächster Prophezeiung entgegen: Am Freitag wurden dem Oktopus erneut zwei Plexiglas-Boxen mit Miesmuscheln vorgesetzt. Eine Box beklebt mit der deutschen Flagge, eine mit der des Gegners Uruguay. Paul hat immer zuerst aus der Box mit der Fahne des späteren Siegers gefressen - dieses Mal entschied er sich nach längerem Zaudern für Deutschland.
Die deutschen Nachrichtensender n-tv und N24 übertrugen die Prognose, wie schon beim vorangegangenen Mal, live.
Weltweit ist Paul inzwischen ein Medienphänomen, das russische Radio und die "New York Times" berichteten über das Orakel von Oberhausen.
Der WDR-Radiosender 1Live befragt seit Beginn der WM Hamster Hansi, der auch den Finaleinzug der Niederlande korrekt voraussagte. Doch der orakelnde Vierbeiner irrte, als er sich zwischen zwei Apfelstückchen mit deutscher und spanischer Flagge entscheiden musste.
Anders "Pavel", eine Krakauer, die vom Himmel fiel und die Wahl zwischen einer Deutschland- und einer Spanien-Tasse hatte: Zielsicher segelte sie laut wurstblog.de in den Kaffee der Spanier.
Pauls Einsatz am Freitag war übrigens sein letzter: Er soll einen Nachfolger anlernen, sagt der Sealife-Chef.
Der mittlerweile zweieinhalbjährige Paul werde aufgrund seines Alters die EM 2012 nicht mehr tippen können.
"Oktopoden werden in der Regel zwei Jahre alt, bei idealen Haltungsbedingungen können sie maximal drei Jahre alt werden", erklärte der Sealife-Geschäftsführer.
"Wir schauen gerade, ob er jemanden anlernen kann."
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